Drucken
Zugriffe: 2626

Lauterbach, 01.06.2015
BILANZ Vielfältige Aufgaben für die Löschzüge / Einsatzabteilung umfasst 230 Mitglieder / Internetpräsenz weiter verbessert / Engpässe bei Einsatz von Atemschutzträgern
Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Lauterbacher Feuerwehren begrüßte Stadtbrandinspektor und Wehrführer Hans-Jürgen Schütz Bürgermeister Vollmöller zahlreiche Mitglieder und Gäste. Aus dem Jahresbericht von Hans-Jürgen Schütz ging hervor, dass die fünf Löschzüge der Lauterbacher Feuerwehr 170 mal ausrückten. Es waren 43 Brände zu bekämpfen, in 108 Fällen wurde technische Hilfe geleistet und in 19 Fällen waren Fehl- und Täuschungsalarme Ursachen für die Alarmierung der Feuerwehr. „Bei einigen Einsätzen wurde schnell deutlich, dass die Feuerwehr an die Grenzen des Machbaren kommen kann. Dennoch konnten alle Einsätze zufriedenstellen abgearbeitet werden, wozu jeder einzelne Feuerwehrmann und -frau beigetragen hat“, betonte Schütz. Er ging auf einige spektakuläre Einsätze ein, wie den Unwettereinsatz in Wallenrod oder den Waldbrand am Hainig. Zum vorbeugenden Brandschutz stellte Schütz fest, dass Landrat Görig sehr schnell nach seinem Amtsantritt erkannt habe, dass auf diesem Sektor einiges im Argen liege und sofort reagiert habe. „Es wurde Personal eingestellt, das für alle Angelegenheiten des vorbeugenden Brandschutzes zuständig ist. Hauptaufgabe wird sein, die Defizite der Vergangenheit aufzuarbeiten.“ Die Internetpräsenz wurde weiter verbessert. Die Website wird ehrenamtlich von Andreas Wahl und Thorsten Becht gepflegt, im vergangenen Jahr wurden erstmals über 100 000 Zugriffe registriert. Die neu installierte Webcam auf dem Schlauchturm sendet Bilder vom aktuellen Geschehen auf dem Hof der Feuerwache. Im Berichtsjahr fanden durch die Löschzüge Ost, Süd und Mitte neun Brandschutzerziehungen in sieben Kitas und in der Eichbergschule statt.

Derzeit besteht die Einsatzabteilung aus 214 männlichen und 16 weiblichen Mitgliedern. Bei den Atemschutzgeräteträgern sei es bei Tageseinsätzen zu Engpässen gekommen, Hier müsse nachgearbeitet werden.

„Der Kreisbrandinspektor ordnet derzeit den abwehrenden Brandschutz und es wird ein Bedarfs- und Entwicklungsplan ausgearbeitet. Die Unwetter der Vergangenheit führten dazu, dass der Abrollbehälter Unwetter in Dienst gestellt wurde, um den Bürgern schnell professionelle Hilfe leisten zu können. Die Pumpen sind in der Lage, rund 15.000 Liter Wasser pro Minute zu fördern. Der Abrollbehälter Plane/Pritsche kann für alle Transportaufgaben eingesetzt werden“, informierte Schütz.
Die Kleiderkammer wurde fertiggestellt und die erforderlichen Schränke beschaffte der Förderverein. Verschiedene Reparaturen an den Gebäuden wurden ebenfalls durch Eigenleistung erledigt. Jeden Mittwoch und an vielen Samstagen wurden im Stützpunkt technische Dienste verrichtet. Viele Feuerwehrleute nahmen an diversen Weiterbildungsveranstaltungen und Übungen teil. Daraus entstanden 12 917 Personalstunden. Ein Anbau an die Fahrzeughalle wurde beantragt und die Abwicklung durch den Förderverein vorgeschlagen. Eine Entscheidung steht noch aus.
Den Jahresbericht der Stadtjugendfeuerwehr gab Stadtjugendfeuerwehrwart Jörg Blankenburg. Derzeit gib es fünf Jugendfeuerwehren mit 108 Mitgliedern. Dazu kommen drei Bambinigruppen mit 58 Kindern. Beide Gruppen leisteten 6 393 Stunden, die sich auf allgemeine Jugendarbeit und feuerwehrtechnische Ausbildung verteilen.
Den Jahresbericht der Alters- und Ehrenabteilung legte Rainer Wirt vor. Den Bericht des Stadtfeuerwehrverbandes trug Jürgen Eifert vor und verwies auf zahlreiche Aktivitäten. So wurden Maßnahmen des Brandschutzes gefördert, die Jugendarbeit ideell und finanziell unterstützt, die Interessen der Feuerwehrvereine gegenüber den politischen Gremien vertreten und Veranstaltungen zur Pflege der Kameradschaft unterstützt.
Bevor Bürgermeister Vollmöller einige Mitglieder für aktive Mitgliedschaft in der Feuerwehr mit Urkunden ehrte, ging er auf den seit 1996 defizitären Haushalt der Stadt ein. Von den Sparmaßnahmen sei die Feuerwehr ausgenommen worden, weil es hier um die Sicherheit der Bürger gehe. Er dankt Schütz für die zukunftsfähige Ausrichtung der Lauterbacher Feuerwehr.
Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland gratulierte zahlreichen Kameraden für die Auszeichnung mit den silbernen und goldenen Brandschutzehrenzeichen. Holland lobte die gute Kooperation mit der Lauterbacher Wehr und ging kurz auf die Neuausrichtung der Feuerwehren auf Kreisebene ein. Er werde bei dieser Aufgabe von sechs Kreisbrandmeistern, darunter Tony Michelis, unterstützt. Der vorbeugende Brandschutz umfasse im Kreis rund 900 Objekte. Dazu kommen auch Sicherheitsmaßnahmen bei Veranstaltungen und Stromausfällen durch Netzüberlastung. So werden bei den Feuerwehren Stromerzeuger bei Netzausfällen vorgehalten. Vorgesehen ist auch eine Imagekampagne, um auch in Zukunft den Brandschutz im Kreis sicherzustellen.

Ehrungen

Stadtbrandinspektor Hans-Jürgen Schütz (rechts) und Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller (Zweiter von links) gratulierten zur Verleihung der Brandschutzehrenzeichen (von links): Arno Dickert, Marco Hühn, Sven Karney, Werner Vierheller, Marco Roth, Edwin Gerbig, Thomas Bernges, Hans-Jürgen Knapp, Alwin Götz, Michael Seibert, Herbert List im Beisein von Kreisbrandinspektor Dr. Sven Holland.

Silbernes Brandschutzehrenzeichen am Band: Thomas Bernges, Timo Kircher, Werner Vierheller, Marco Hühn, Sven Karney und Marco Roth.
Goldenes Brandschutzehrenzeichen am Band: Arno Dickert, Hans-Jürgen Knapp, Michael Seibert, Herbert List Edwin Gerbig, Alwin Götz.
Zudem wurden Anerkennungsprämien an 17 Feuerwehrmänner überreicht und langjährige Mitglieder geehrt.


Text: Lauterbacher Anzeiger (alf)
Fotos: Freiwillige Feuerwehr Lauterbach (Tony Michelis)