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Lauterbach-Maar, 03.07.2010 und 04.07.2010
Zwei Jubiläumsfeiern dank vorbildlicher Jugendarbeit - Der Feuerwehrverein Maar bereitete ihrem Nachwuchs ein Fest
Vor 40 Jahren wurde die Jugendfeuerwehr gegründet und vor fünf Jahren wurde das Projekt Bambini - Gruppe Realität. Wehrführer Martin Kreis suchte nach Auswegen und Konzepten, wie der Schwund bei der Jugendfeuerwehr aufzuhalten sei. Sein Anliegen: Kinder unter zehn Jahren frühzeitig für die Aufgaben der Wehr zu begeistern, das Ganze aber auf kindgerechte Weise. Am Anfang galt es, viele behördliche Hürden zu nehmen. Wegbereiter Kreis und seine Mitstreiter kämpften hart für das Projekt, was Schule machte und Nachahmer fand. Das Konzept Bambini startete zum Höhenflug und sorgt erfolgreich für Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. In den Einsatzabteilungen der Feuerwehr Lauterbach gibt es drei Bambinifeuerwehren.

Stadtbrandinspektor Hans-Jürgen Schütz wünschte, dass aus dem Höhenflug ein Langstreckenflug werde. Nicht nur Kreis stand im Fokus des Festakts. Auch die gute Arbeit des Jugendfeuerwehrwarts Uwe Hedrich und seines Jugendgruppenleiters Florian Höhl wurde mehrfach gewürdigt. Kurt Wiegel (MdL) lobte das Mitwirken des Hessischen Landtages in Sachen Ermöglichung und rechtliche Absicherung von Bambinigruppen. Diese Aussage bekam aber dunkle Ränder, als Kreisbeigeordneter Uwe Meyer mit leeren Händen kam. Grund dafür: Keine Geldzuwendungen für Vereinsjubiläen, fordert das Regierungspräsidium Gießen. Demzufolge hatte Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller ebenso keinen Scheck in der Tasche. Beiden war die Situation sichtlich peinlich. Vollmöller zeigte Rückgrat, trotz eventuell drohendem Ärger mit der Kommunalaufsicht fand er noch einen Weg, die Jugendarbeit der Maarer Feuerwehr zu würdigen. „Das muss es unserer Gesellschaft wert sein“, sagte der Ratsherr und verkündete, dass die Stadt Lauterbach die Kosten des zweitägigen Festes übernehme. Das wurde mit Beifall bedacht.

Wie Ortsvorsteher Horst Reiß bemerkte, funktionieren Vereinsgefüge und Zusammenhalt in Maar bestens. Der Beweis ließ nicht auf sich warten. Geschlossen übermittelten die Vereine ihre Glückwünsche und Geldspenden und halfen bei der Durchführung des Festes.

Auch der befreundeten Wehr aus Niederaußem (Rhein-Erft-Kreis) ist das Geld nicht ausgegangen. Neben einem Geldgeschenk gab es zwei Stoppuhren für die Jugendfeuerwehr und das Stofftier Grisu (ein Drache, der gerne Feuerwehrmann werden möchte) erhielten die Bambini.Die schwierigste Aufgabe des heißen Kommersabends hatte der stellvertretende Vorsitzende und Laudator Hartmut Roth. Er war es, der einen Rückblick auf die Jugendfeuerwehr warf und alle Gründungsmitglieder und Abteilungsleiter der 40-jährigen Geschichte zu sich bat, um ihnen ein Erinnerungsgeschenk zu überreichen. Leider fehlte die Hauptperson, der Initiator und damalige Ortsbrandmeister Wilhelm Dietz, krankheitsbedingt. Mitglieder der ersten Stunde waren: Karl-Heinz Becker, Gerhard Dekarz, Erich Dietz, Willi Dietz, Herbert Feick, Reinhold Friedrich, Reiner Günther, Hans-Karl Mehl, Manfred Rausch, Albert Schneider und Karl-Heinz Zinn. 1978 stießen vier Mädchen zur Jugendfeuerwehr und damit zur „Männerwirtschaft“. Seit 2005 hat Uwe Hedtrich das Amt des Leiters.


Gründungsmitglieder und Jugendwarte aus 40 Jahren. Hauptinitiator Wilhelm Dietz fehlte wegen Krankheit

Den Rückblick auf die Gründung der Bambini - Gruppe trug Gruppenleiter Frank Rausch vor. Er berichtete von vielen Unternehmungen und Aktivitäten, um die Kinder nicht nur für die Feuerwehr, sondern auch für die Dorfgemeinschaft zu begeisterten. Bilanz von fünf Jahren: 54 Mitglieder, von denen 22 ausschieden und 10 zur Jugendfeuerwehr wechselten. Das kann sich sehen lassen, kam der Kommentar aus dem Publikum.

Vikarin Luise Berroth fand das Motto des Evangelischen Kirchentages 2007 passend: „lebendig und kräftig und schärfer“ und brachte dementsprechende Geschenke mit. Besonders würdigte sie die Familien, die es aushalten müssen, dass Mitglieder immer auf dem Sprung seien und viel Freizeit opferten.

Weitere Redner, die Glückwünsche und Geschenke überbrachten: Stadtjugendfeuerwehrwart Oliver Jäger und Andreas Bauer, stellvertretender Wehrführer des Löschzugs Ost für die Feuerwehr Wernges sowie Vereinsvertreter.

Den Kommers hatten Mitglieder der Jugendfeuerwehr musikalisch umrahmt. Die Lauterbacher Band „Manhattan“ übernahm professionell den musikalischen Part und forderte die Tanzwütigen bis spät in die Nacht heraus.

Der Sonntag begann mit dem Tag der offenen Tür im Feuerwehrgerätehaus. Hier konnte man sich über den aktuellen Ausrüstungstand der Wehr informieren. Höhepunkt des Tages waren noch die Vorführungen der Bambini - Gruppe, Jugendfeuerwehr, Löschgruppe Maar und der Feuerwehr Lauterbach - Mitte. Für die Kinder wurde noch Kinderschminken und Buttons angeboten.

Viele Besucher kamen, staunten und stellten fest, in Maar haben das Ehrenamt und die Feuerwehr eine Zukunft.
In einem angenommen schweren Autounfall wurden zwei Schwerstverletzte von der Feuerwehr und dem Roten Kreuz Lauterbach in eindrucksvoller Weise vor den staunenden Zuschauer mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln geborgen.
Diese Übung gab dem Betrachter einen kleinen Einblick in die vielfältige Aufgabenstellung der Kameraden die ihren Job freiwillig und mit viel Enthusiasmus und Ernst verrichten.

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Text: Lauterbacher Anzeiger
Fotos: Freiwillige Feuerwehr Lauterbach (A.Wahl)

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