Erste Erwähnung

Erstmals erwähnt wurde Wernges im Jahre 1285 unter dem Namen "Wernichiz". Die Anfänge des kleinen Ortes reichen vermutlich noch weiter zurück, verlieren sich jedoch wie in den meisten anderen Orten auch im Dunkeln. Ein bei Wernges gefundenes Beil, sowie ein Bestattungsplatz am Kalkberg (beides aus der Jungsteinzeit 5000-2000 v. Chr.) weisen bereits auf eine Besiedlung durch steinzeitlicher Menschen hin. Die ersten geschichtlich nachweisbaren Bewohner der Lauterbacher Raumes waren die Kelten. Später folgte der germanische Stamm der Chatten, der die Kelten weiter nach Westen vertrieb.


Wüstungen rund um Wernges

Bei der Werngeser Ersterwähung im 13. Jahrundert tauchten auch noch weitere Dörfer auf, die in näherer Umgebung zu Wernges anzusiedeln sind:

  • "Epsrod"
  • "Immenrod"  (Gemarkung Maar) 
  • "Enzenrod" (Gemarkung Maar)

Diese drei Ortschaften werden ebenfalls unter den verschwundenen Dörfern von Maar aufgeführt. Ein weiterer Ort in der Gemarkung Wernges, der erstmals im Jahre 812 erwähnt wird und etwa 2,5 km nördlich von Wernges anzusiedeln ist.

  • Eschenbach

Alle oben aufgeführten Dörfer wurden aber bereits ab dem 14. Jahrhundert als Wüstungen bezeichnet. Gründe für das "Wüstfallen" gibt es viele. So zogen die neuen Städte mit ihren Freiheiten viele Bewohner der Umgebung an. Aber auch Dörfer wurden zusammengelegt, um das Land durch die organisierte Dreifelderwirtschaft besser ausnutzen zu können. Eine Rolle spielten sicher auch Hungersnöte, Kriege und die Pest. Eine Übersicht über die verschiedene Wüstungen der Gemarkungen Wernges und Maar finden sie auf den Seiten des Landesgeschichtlichen Informationssystem.


Martin-Luther-Kirche

Seit den frühen Zeiten gingen die Werngeser nach Lauterbach in die Kirche. Im Jahre 1677 war das Bestreben groß, in Wernges eine eigene Kirche zu errichten. Nach Zustimmung der Freiherrn von Riedesel zu Eisenbach und einer mehrmonatigen Bauzeit wurde die erste Werngeser Kirche in Fachwerkbauweise am 13. Oktober 1677 eingeweiht. Der Bau der Kirche war Hauptanstoß aus den beiden Gemeinden Maar und Wernges eine eigene Pfarrei zu gründen.

Zwischen 1794 und 1796 wurde dann das heutige Gotteshaus erbaut. Das Gebäude ist eine der letzten ausgereift spätbarocken Kirchen, die für den Vogelsberg typisch sind. Seit 1832 besitzt die Werngeser Kirche zwei Glocken, seit 1858 eine Orgel.

Im Jubiläumsjahr 1983 wurde die Werngeser Kirche in "Martin-Luther-Kirche" umbenannt.

Kirche

www.kirche-maar-wernges.de


Dorfgemeinschaftshaus

Am 25. November 1893 wurde das heutige Dorfgemeinschaftshaus als Schulgebäude eingeweiht. Nach Gründung des Schulverbandes Maar (1963) gemeinsam mit den Gemeinden Maar, Wallenrod und Reuters und dem entgültigen Umzug der Schülerinnen und Schüler 1967 nach Maar stand das Gebäude einige Jahre lang leer. Im Jahr 1978 begann man dann mit dem Umbau der leerstehenden Schule zum heutigen Dorfgemeinschaftshaus, das am 3. März 1979 öffiziell eingeweiht wurde. Nähere Informationen zum Dorfgemeinschaftshaus in Wernges finden sie auf den Seiten der Stadt Lauterbach.

DGH


Wasserknappheit

Obwohl es bei nahezu jedem Haus einen Brunnen gab, herrschte in Wernges früher fast immer Wassernot, da die vorhandenen Brunnen bereits bei einem normalen Sommer austrockneten. Daher war der Wunsch groß eine Wasserleitung für das Dorf zu verlegen. Man fand jedoch keine ausreichend wasserführende Quelle. Besonder übel war die Wasserknappheit, wenn es einmal brannte. So wurde im Mai 1911 ein Hof vollständig zerstört, am 28. Juli 1928 brannte sogar gleich vier Höfe bis auf die Grundmauern nieder. 

Im Herbst 1950 wurde dann endlich mit der Grabung eines Brunnens begonnen. 1953 konnten dann die dazugehörige Wasserleitung offiziell mit einer "Wasserkirmes" eingeweiht werden. Nach versagen des Pumpwerkes 1976 wurde im Wald zwischen Lauterbach und Wernges ein Hochbehälter gebaut, über den das Dorf bis heute mit Lauterbacher Wasser versorgt wird.

Das alte Wasserwerk dient heute mit seinen beiden Wasserbehälter als Brandreserve.


Wasserwerk


Jüngere Vergangenheit

Am 1. Juli 1971 endet die Eigenständigkeit des kleinen Ortes und Wernges wurde zu einem Stadtteil von Lauterbach.

Im September 1976 wurde der Flugplatz des Segelflugvereins Schlitzerland (1987 umbenannt in Aero-Club Lauterbach) am Tannenwald eingeweiht. Bis heute starten und landen hier kleiner Segel- und Motorflugzeuge. 

Flugplatz

www.aeroclub-lauterbach.de

 

In den neunziger Jahren wurden mit dem Bau einer Grillhütte begonnen. Das am Ortsrand gelegende Gebäude, indem etwa 35-40 Personen Platz finden, liegt an der alten Straße nach Lauterbach. Nähere Informationenen finden sie auf den Seiten der Stadt Lauterbach.

Grillhtte

 

Weitere Informationen zur Dorfhistorie, zu Bräuchen und Sagen, sowie aktuelle Bilder des kleinen, im idyllischen Vogelsberg gelegenen Ortes Wernges finden sie auf der Homepage von Hermann Euler unter

www.wernges.de